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Moderne, ganzheitliche Zahnheilkunde und Umwelt-Zahnmedizin in München

Amalgamsanierung: Vorteile, Ablauf und Behandlung

Amalgam ist eine Legierung mit einem sehr hohen Anteil an Quecksilber. Amalgamfüllungen sind vor allem für das Nervensystem giftig und deshalb weitgehend verboten. Der Ziel einer Amalgamsanierung ist, die Giftstoffe möglichst schonend aus dem Mund zu entfernen. 

Wenn bei der Entfernung nicht die nötigen Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden, kann der Körper unnötig belastet werden. Denn durch das Herausbohren der Füllung entstehen Quecksilberdämpfe, die eingeatmet werden können. Die anfallenden Legierungsspäne gelangen in den Mund und werden nicht selten verschluckt.

Deshalb müssen die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden, wenn das Füllungsmaterial entfernt wird, um die Belastung für den Körper minimal zu halten. 

Inhaltsverzeichnis

Was ist Amalgam?

Amalgam ist eine Legierung aus verschiedenen Metallen. Die Hauptbestandteile sind 

Silber, Zinn, Kupfer und Zink, welche mit flüssigem Quecksilbers vermischt werden. Amalgam besteht somit mindestens mehrheitlich aus dem auf den Körper und vor allem das Nervensystem toxisch wirkenden Schwermetall Quecksilber.

Amalgam galt in der Zahnheilkunde lange Zeit als preiswerter, einfach zu verarbeitender und langlebiger Werkstoff für Zahnfüllungen. Aufgrund dieser positiven Eigenschaften wurde Amalgam einst von den Krankenkassen als Standard-Füllmaterial für eine zahnmedizinische Versorgung festgelegt. Mittlerweile ist bekannt, dass Amalgam für den Körper alles andere als gut ist. So muss es als Sondermüll entsorgt werden. 

Heutzutage darf Amalgam EU-weit bei Kindern unter 15 Jahren, Schwangeren und Stillenden nur noch in medizinischen Ausnahmefällen verwendet werden. Der Grund ist die kontroverse Diskussion darüber, ob und wenn ja, wie schädlich Amalgam für den Körper ist. Fakt ist, dass Amalgam zu rund 50 Prozent aus Quecksilber besteht, das nicht in den menschlichen Körper gelangen sollte. Personen mit alten Amalgamfüllungen haben im Durchschnitt eine höhere Quecksilberkonzentration im Blut und in den Organen, da unter anderem durch Kaubewegungen und Abnutzungserscheinungen laufend kleinste Mengen an Quecksilber freigesetzt werden.

Wie wirkt sich Amalgam auf den Körper aus?

Im Laufe der Zeit werden durch die Kaubelastung kleinste Partikel Quecksilber von der Oberfläche abgetragen. Diese Abnutzung verstärkt sich noch, wenn mit den Zähnen geknirscht oder gepresst wird. Dadurch wird das Amalgam aufgenommen und verschluckt. Das kommt einer schleichenden Vergiftung gleich. 

Die schädlichen Auswirkungen von Amalgam können den gesamten Körper betreffen. Erste Anzeichen sind beispielsweise anhaltende Müdigkeit trotz ausreichendem Schlaf, häufige Kopfschmerzen und Verdauungsstörungen.

Amalgam wirkt über drei Mechanismen auf den Körper

Allergie

Metallallergien sind grundsätzlich Kontaktallergien. Sie werden auch zellulär vermittelte Spättyp-Allergie oder Typ-IV-Allergien genannt.

Die daraus resultierende Entzündung entsteht überall dort, wo Metall in Körperkontakt kommt. Je aufnahmefähiger das Gewebe ist, umso stärker reagiert es. Deshalb sind die Auswirkungen auf die Schleimhäute im Mund oder Darm am stärksten. 

Neben der lokalen Reaktion nach Kontakt können aber auch weit entfernt systemische Symptome hervorgerufen werden. 

Bei Allergie reichen schon kleinste Mengen aus, um starke Reaktionen im Körper auszulösen.

Mithilfe des leider nicht sehr genauen Epikutantests und des präziseren Lymphozyten-Transformations-Tests (LTT) können wir bei vident feststellen, ob Sie allergisch auf Amalgam reagieren. 

Stromfluss oder Galvanismus

Eine Batterie besteht aus zwei verschiedenen Metallen, die durch eine leitfähige Flüssigkeit in Verbindung stehen. Die Metalle legen die Spannung fest und die Metallmenge die enthaltene potentielle Energie. 

Wenn sich verschiedene Metalle im Mund befinden, beispielsweise eine Goldkrone und Amalgamfüllungen, kommt es zu elektrochemischen Reaktionen zwischen den verschiedenen Metallen. Diese Korrosion, die Metalle rosten lässt, setzt Metallionen frei. Sie sind dann im Speichel gelöst und können auf die Schleimhäute im Mund wirken, oder verschluckt werden und im Magen-Darm-Trakt einwirken. Die Folgen können allergische Reaktionen oder toxische Belastungen sein. Auch kann die Entwicklung einer Parodontitis unterstützt werden und sich ein metallischer Geschmack entwickeln.

Die Auswirkungen des Stromflusses an sich sind noch nicht vollumfänglich verstanden. Da die Grundlage der Nervenreizleitung Stromflüsse sind, können neurologische und vegetative Störungen die Folge sein. Spannung im Mund führt in manchen Fällen sogar zu Dezementiereungen von Kronen und Karies.

Toxikologie

Aufgrund der toxischen Wirkung von Quecksilber auf den Körper kann es zu einer möglichen Blockade von Enzymen kommen, zur Schädigung des Immunsystems, der Erbsubstanz DNS und von Nervenzellen.

Quecksilber hat eine starke Affinität zu Schwefel. Es bindet sich also schnell und gut an ihn. Die für die Enzyme im Körper wichtigen Schwefelgruppen können so verändert werden. Die für den Stoffwechsel, die Energieproduktion und Hormonherstellung wichtigen Enzyme werde so inaktiviert oder verändert. Auch kann Quecksilber andere Spurenelemente wie Selen und Zink aus Enzymen verdrängen und diese so inaktivieren. 


Aluminium, Blei und Cadmium können wie Quecksilber den Transport durch die Zellmembran behindern und die Produktion von freien Radikalen verstärken.

Durch diese und andere Prozesse können auch die Erbsubstanz (DNA / DNS) und Nervenzellen geschädigt werden.

vident arbeitet amalgamfrei

Aus den beschriebenen Gründen verwenden wir bei vident ganz prinzipiell kein Amalgam. 

Bei uns kommen ausschließlich biokompatible Keramik und spezielle Komposite zum Einsatz. Diese Materialien sind für die Gesundheit unbedenklich, langlebig und darüber hinaus ästhetisch wesentlich ansprechender als das dunkle, graue Amalgam.

Bei einer Amalgamsanierung entfernen wir die alten Füllungen schonend und unter Berücksichtigung aller notwendiger Sicherheitsmaßnahmen. ​Unterstützt werden kann dieser Prozess durch eine zusätzliche Amalgamausleitung, oft wird sie auch einfach Ausleitungstherapie genannt.

Ablauf einer Amalgamsanierung

Bei einer Amalgamsanierung in unserer Zahnarztpraxis entfernen wir schonen die alten Füllungen und beachten dabei alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen. Abhängig von der Situation, Anamnese und Ihren individuellen Wünschen, werden die Maßnahmen festgelegt. 

Anschließend ersetzen wir die alten Füllungen durch zeitgemäße und bioverträgliche Materialien.

Die Entfernung von Amalgam bedarf einer guten Planung. So sind bei einer kleinen, gut erreichbaren Füllung bei Patienten ohne gesundheitliche Probleme andere Maßnahmen sinnvoll als bei großen Füllungen (meist im Seitenzahnbereich) bei Amalgamallergikern.

Unabhängig von den Zahnmedizinischen Herausforderungen soll die Quecksilberbelastung für unsere Patientinnen und Patienten minimiert werden. Deshalb verfolgen wir ein abgestimmtes und umfassendes Protokoll.

Minimale Quecksilberfreisetzung

Vorsichtiges Entfernen 

Damit wenig Quecksilber freigesetzt wird, sollen möglichst wenig Späne und damit reaktive Oberfläche entstehen. Eine starke Wasserkühlung und geringe Umdrehungen sind dafür wichtig. Die in der Zahnmedizin üblichen Turbinen sind ungeeignet.

Spezialbohrer

Die Füllung wird am Rand umbohrt, sodass möglichst große Stücke und nur wenige Bohrspäne entstehen. Dafür werden spezielle Amalgam-Hartmetallbohrer verwendet, die weniger und gröbere Späne produzieren.

Luftbelastung minimieren

Luftaustausch

Essentiell ist die gute Entlüftung des Behandlungszimmers, damit die schädlichen Quecksilberdämpfe entweichen können. Das gewährleistet eine aktive Lüftung, die Frischluft in das Zimmer drückt. Dazu ist ein offenes Fenster wichtig, damit die belastete Luft entweichen kann.

Umgebungsluft 

Es werden immer Quecksilberdämpfe freigesetzt. Eine starke Absaugung im Mund kann freiwerdende Späne und Dämpfe effizient absaugen. Ein spezieller Sauger ist der Clean-Up. Zum Schutz der Nasenschleimhaut und Lunge vor den minimierten Dämpfen ist eine Gold-Schutzmaske für die Nase möglich. Auch kann eine Nasenbrille, die direkt frische Luft in die Nase bringt, zur weiteren Entlastung verwendet werden.

Zahn vorbereiten

Säuberung

Nach dem schonenden Entfernen der Füllung ist es wichtig, mögliche Unterfüllungen und belastetes Dentin zu entfernen. Ausbohren muss man auch kleinste Amalgamreste. Mit der Zeit diffundiert Amalgam in den Zahnschmelz und das Dentin und kann dort übersehen werden und somit verbleiben. 

Die Füllungen und Belastungen reichen oft bis an den Nerv heran. Der Nerv muss geschont und seine Vitalität erhalten werden, weil sonst eine Wurzelbehandlung droht. Deshalb arbeiten wir bei vident mit speziellen Lupenbrille.

Metallentlastung 

Zur lokalen Schwermetallentgiftung kann Spirulina- oder Chlorella-Algen-Pulver auf die Zahnoberfläche gelegt werden. Das unterstützt die lokale Entgiftung.

Provisorische Füllung

In schwierigen Fällen kann der Zahn mit eine vorübergehende Zementfüllung versorgt werden. Diese bindet weiteres Schwermetall.

Schutz der Mundschleimhaut 

Abschirmung 

Wenn möglich, arbeiten wir mit einem Gummituch, dem sogenannten Kofferdam. Der Kofferdam wird über den zu behandelnden Zahn und den Mundraum gespannt. So ist die Mundhöhle und der Rachen vor losen Amalgamspänen geschützt. Das Material ist jedoch leider für Quecksilberdämpfe durchlässig.

Säuberung

Um Dämpfe und Späne, die die Mundschleimhaut erreicht haben, möglichst gut zu entfernen, sind neben dem gründlichen Spülen auch andere Maßnahmen möglich: 

Spülung mit 10%-Natriumthiosulfat-Lösung, Spirulina- oder Chlorella-Algen zur Bindung des Quecksilbers und das Trinken angerührter, medizinischer Kohle.

Weiteres Vorgehen

Die ganzheitliche Herangehensweise an eine Amalgamsanierung kann nach der Entfernung durch eine Ausleitung von Metallen und Amalgam unterstützt werden. Diese wird häufig vom Heilpraktiker durchgeführt. Über die Jahre im Körpergewebe eingelagerte Giftstoffe lassen sich hierdurch reduzieren.

Die Meinungen über den Zeitplan bei Amalgamentfernungen gehen auseinander. Wir empfehlen eine rasche quadrantenweise Entfernung der Amalgamfüllungen in einem Abstand von 2-4 Wochen. Er wird selbstverständlich an die individuellen Situation und Entgiftungskapazität angepasst.

Welche Alternativen gibt es zur Amalgamfüllung?

Aus all den erläuterten Gründen verzichten wir von vident aus Überzeugung und prinzipiell komplett auf Amalgam und empfehlen eine fachgerechte Amalgamentfernung. Die alternativen Kronen- oder Füllungsmaterialien sind aus Gründen der Bioverträglichkeit, Allergologie, Toxikologie und Ästhetik qualitativ weit überlegen.

Kunststoff

Für Zahnfüllungen werden häufig Plastik- oder Kunststofffüllungen verwendet. Sie sind einfach zu verarbeiten und lassen sich farblich an die Zähne anpassen. Je einfacher die Kunstoffe sind, desto mehr Monomere enthalten sie. Die Oberflächen sind recht weich und werden durch Kauen und Pressen schneller abgetragen.

Komposite

Sie sind die Weiterentwicklung der Kunststoffe und bestehen vorwiegend aus keramischen Füllern. Ein Anteil an Kunststoff wird gebraucht, damit sie modellierbar sind und ausgehärtet werden können. Je hochwertiger die Komposite sind, desto weniger Kunststoff und dadurch auch Monomere enthalten sie. Farblich passen sie sich besser an die natürliche Zahnfarbe an. Die Oberfläche ist härter und damit widerstandsfähiger gegen die Kaubelastungen. 

Keramik

Keramik ist das am besten bioverträgliche Material. Allergien kommen äußerst selten vor und beziehen sich dann auf beigemischte Farbstoffe. 

Anstelle von Füllungen sind Keramik-Inlays die hochwertigste Art für Zahnersatz. Es können neben Inlays auch Teilkronen oder Kronen angefertigt werden und sie erfüllen höchste Ansprüche. Keramik ist äußerst stabil, lange haltbar und sie haben die höchste Passgenauigkeit und Form. Zusätzlich ist die Ästhetik anderen Werkstoffen überlegen. 

Als weiteren Vorteil reagieren sie nicht mit bereits vorhandenen metallischen Füllungen und sind in ihrer Härte und Stabilität dem Zahnschmelz sehr ähnlich.

Eine mögliche Allergie gegen die notwendigen Haftvermittler und Kleber kann vorab durch einen Test ausgeschlossen werden. Sollte dieser seltene Fall bei Ihnen vorkommen, stehen entsprechende Alternativen zur Verfügung.