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Alles hängt mit allem zusammen –
Ganzheitliche Zahnmedizin konkret

Der Mundraum mit den Systemen Zähne, Zahnhalteapparat und Kieferknochen steht mit dem gesamten Körper in ungeahnt wirkungsvoller Verbindung. So können Erkrankungen oder Probleme des Mundraumes massive Auswirkungen auf andere Körperregionen und Organe haben, ohne dass man dies als Patient bemerkt.

Wir erleben, dass beispielsweise die Entfernung von wurzelbehandelten Zähnen (die unerkannt über viele Jahre Toxine freigesetzt und in den Körper gestreut haben) zu einer deutlichen Reduktion von rheumatischen Beschwerden führen. In anderen Fällen verhilft die Zahnsanierung und Entfernung von zum Teil auch unbekannten Entzündungen dazu, dass der Körper wieder Vitalität für die Beseitigung anderer Krankheiten erhält oder das Immunsystem wieder richtig reguliert wird (zum Beispiel: Infektanfälligkeit, Unverträglichkeiten). Die Liste lässt sich schier endlos fortsetzen.

Die Symptome können vielfältiger nicht sein und ständig stößt die Wissenschaft auf neue Verbindungen und Wechselwirkungen. Bei folgenden Krankheiten sind Beziehungen und Wechselwirkungen zu Zähnen und Mundraum bekannt:

  • Allergien
  • Antriebslosigkeit
  • Arthritis
  • Asthma
  • Bakterienbelastung (Endotoxine)
  • Borreliose
  • Chronisches Fatigue-Syndrom (CFS)
  • Chronische Schmerzen
  • Chronische Entzündungen
  • Diabetes
  • Fehlbesiedlung der Darmflora
  • Konzentrationsschwäche
  • Leaky Gut
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Multiple Chemikalien-Sensibilität (MCS)
  • Multiple Sklerose
  • Multitis (vielfache Entzündungen)
  • Nasennebenhöhlenentzündung 
  • Oxidativer Stress
  • Reizdarmsyndrom
  • Rheumatischer Formenkreis
  • Schimmelbelastung (Mykotoxine)
  • Silent Inflammation
  • Tinnitus, Schwindel
  • Umweltbelastungen
  • Unerfüllter Kinderwunsch

Zahngesundheit mit biokompatiblen Materialien ist entscheidend für das ganzheitliche Wohlbefinden

Immunsystem, Nervensystem und Hormonsystem stellen keine geschlossenen Regelkreise dar. Wir wissen mittlerweile, dass zwischen ihnen vielschichtige Wechselwirkungen bestehen (Straub, 2006). So wird die Reaktion des Immunsystems (Immunantwort) nicht allein durch Zytokine, sondern auch durch Neurotransmitter und Stresshormone reguliert. Ein Ungleichgewicht der neuro-endokrino-immunologischen Wechselwirkungen ist an der Entstehung und Entwicklung vieler Krankheiten beteiligt. Dies lässt die Entstehung (Genese) von Krankheiten besser verstehen und zugleich können die Erkenntnisse für Diagnostik und Therapie genutzt werden.

Die Zahnmedizin betrifft die im Schaubild rot markierten Bereiche – sie wirken permanent auf den Körper ein:

Modifiziert nach Pall (Washington State University), IMD Berlin

Wie Toxine oder Allergien auf unseren Körper wirken

Eine Entzündung ist ein lebensnotwendiger Prozess, um Erreger abzuwehren und Verletzungen zu heilen. Sie wird durch das Immunsystem orchestriert – also hoch- und herunterreguliert. Wenn dieses Regulationssystem nicht mehr richtig funktioniert, kommt es zu nicht genügend kräftigen oder überschießenden Reaktionen. Chronische Entzündungen sind meist Folge einer dauerhaft überstarken Reaktion des gestörten Immunsystems. Im Gegensatz zu einem gesunden kann es Reize (Triggerfaktoren) nicht mehr tolerieren oder angemessen beantworten und bleibt ständig übermäßig alarmiert.

Bakterien, Viren, Pilze, Umweltallergene oder -schadstoffe, Autoantigene und Nahrungsmittel können verschiedene chronisch-entzündliche Krankheiten auslösen. Es hängt von der Immunkompetenz des Körpers ab, ob eine Entzündung lokal und akut bleibt oder sich systematisch auswirkt und chronifiziert.

Von chronischen Entzündungen sind in den Industrieländern immer mehr Menschen betroffen. Alleine in Deutschland leiden Millionen von Menschen an Allergien, Diabetes, Magen-Darm- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rheuma in seinen Varianten und Parodontitis. Die Anzahl der Menschen, die unter Allergien (Schlaud, 2008), Morbus Crohn (Jacobsen, 2006) oder Multipler Sklerose (Alonso, 2008) leiden, hat sich in den letzten 20 Jahren etwa verdoppelt. Selbst bei der Parodontitis, bei der eine deutlich verbesserte Prophylaxe zu weniger schweren und schnellen Verläufen geführt hat, hat die Anzahl der Erkrankten deutlich zugenommen (Schiffner, 2009). So konnte die moderne Medizin die Folgen dieser Erkrankungen lindern und die Entwicklung verzögern. Die Anzahl der Betroffenen erhöht sich aber weiterhin.

Wenn das Immunsystem gestört ist

Mögliche Trigger oder Stressoren wirken ständig auf den Organismus ein. Das Immunsystem muss die relevanten Faktoren bekämpfen und Unwichtiges tolerieren, also muss die Immunantwort sehr flexibel gehalten werden und das Hochfahren des Immunsystems (Immunaktivierung) sowie das Beruhigen/Herunterfahren (Immunsuppression) funktionieren.

Das heutige Verständnis zu den Auslösern chronischer Entzündungen und eines fehlregulierten Immunsystems geht von einem Zusammenspiel von Belastungen, Stressoren und der Kompetenz des Immunsystems aus. Es ist also multikausal. Hier werden verschiedene genetische und epigenetische Faktoren diskutiert. Der Regelkreislauf von Immunaktivierung und vor allem der Immunsupprimierung, welche die Entzündungsreaktion wieder herunterregelt, kann nachhaltig gestört sein. Im Zusammenspiel mit den sich gegenseitig beeinflussenden oxidativen und nitrosativen Stressarten sowie der Mitochondrienfunktion und chronischen Entzündungsreaktionen wird die Immuntoleranz weiter gestört. Im Gegensatz zu einem gesunden System, welches  eine Entzündung der tatsächlichen Bedrohung anpasst, begegnet das gestörte Immunsystem unwichtigen und nicht gefährlichen Reizen mit durchaus starken Entzündungsreaktionen. Bei den meisten chronischen Entzündungserkrankungen handelt es sich um eine dauerhafte Überreaktion des Immunsystems. Die vielen Reize, denen der Mensch in einer modernen Gesellschaft ausgesetzt ist, stellen zusammen den Schlüssel der chronisch-entzündlichen Multisystemerkrankung dar.